Das Schaumburger Wochenblatt veröffentlichte heute den nachstehenden Artikel. Zur Standortfrage an der Kreuzbreite hat der Bürgermeister dem Wochenblatt ein Schreiben des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr vorgelegt, welches von uns noch sorgfältig zu prüfen wäre. Auch die Bundeswehr hat sich an die bestehenden gesetzlichen Grundlagen wie das Luftverkehrsgesetz zu halten; sie hat auch eine Bebauung der Flächen an der Kreuzbreite keineswegs vollständig ausgeschlossen. 

HP SW 2072 RB Lokales SW bb 0 22crop 1

Pressemitteilung

Wohin mit dem Logistikzentrum?

 

‘Wir lieben Bückeburg’ fordert neue Verhandlungen mit EDEKA-Bauerngut.

 

Die Bürgerinitiative spricht im Namen von 856 Bückeburgern, die in der Petition gegen den geplanten Neubau eines Logistikzentrums im Landschaftsschutzgebiet gestimmt haben. Es besteht aktueller Gesprächsbedarf mit EDEKA-Minden/Hannover. Dabei geht es darum, einen geeigneten Standort im Bereich vorhandener Gewerbegebiete zu finden und verbindliche Garantien der Firma für Standort und Arbeitsplätze zu erreichen. Daher fordert die Initiative den Bückeburger Stadtrat und die Verwaltung auf, das Verfahren zur Teillöschung des Landschaftsschutzgebiets auszusetzen, bis diese grundlegenden Fragen im Interesse der Stadt Bückeburg, ihrer Bürger und der BAUERNGUT Arbeitnehmer geklärt sind. Dies ist dringlich, zumal der Rat der Stadt mit den klaren Statements von CDU/die Grünen/FDP/BfB, Freie Wähler und von SPD/Linke weitere Teillöschungen von Landschaftsschutzgebieten (z.B. für Erweiterungen oder Verlagerungen der Produktion) generell oder zumindest für diese Legislatur (SPD/Linke) ausgeschlossen hat.

Wir lieben Bückeburg schlägt vor, die landwirtschaftlichen Flächen, die östlich an das Gewerbegebiet Kreuzbreite angrenzen bis hin zur Stadtgrenze als neues Gewerbegebiet zu überplanen. Dort wäre immer noch ausreichend Platz für ein Logistikzentrum von EDEKA mit neuem Fleischwerk. Die Bebauungseinschränkungen aufgrund des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) bezogen auf den Flughafen Achum müssen ein solches Bauvorhaben nicht verhindern. Die Einflugschneise des Flughafens verläuft in Ost-West-Richtung und nicht quer dazu. Im äußeren Radius der Beschränkung gem. LuftVG § 12 können Bauten bis 25 m Höhe genehmigt werden. Das Logistikzentrum könnte durchaus mit dieser Maximalhöhe errichtet werden.

Da es in der Vergangenheit versäumt wurde, steht die Stadt Bückeburg jetzt in der Verantwortung, von der Firma EDEKA Gegenleistungen für die Ausweisung eines geeigneten Gewerbegebietes zu fordern. Hierzu zählt eine Standortgarantie, eine Arbeitsplatzgarantie und eine Rückbaugarantie des alten Fleischwerks für den Fall eines Neubaus. Die Bürgerinitiative erwartet, dass sich der neu gewählte Stadtrat und der neue Bürgermeister Axel Wohlgemuth dieser Aufgabe stellt und verbindliche Zusagen einfordert.

         

Eva v. Löbbecke

Pressesprecherin

 

kreuzbreite freie flaechen 2022 02 08 170937

Ausschnitt aus dem Geoportal Schaumburg: überplanbare Flächen in gelb

 

bauerngut erweiterung kreuzbreite 180Grad

Simulation des Logistikzentrums von EDEKA mit einer Erweiterung durch ein neues Fleischwerk am Standort Kreuzbreite von Südost

bauerngut erweiterung kreuzbreite 180GradvonSW

Simulation des Logistikzentrums von EDEKA mit einer Erweiterung durch ein neues Fleischwerk am Standort Kreuzbreite von Südwest

 

Video der Simulation auf der Basis von Google Earth

 

Am Donnerstag, den 03.03.22 ließ die SPD-Fraktionsvorsitzende Sandra Schauer die Katze aus dem Sack: Man werde nicht ausschließen, dass weitere Teile des Landschaftsschutzes am Hasengarten zugunsten von Industrieansiedlungen gelöscht werden. Damit realisiert sich unsere Befürchtung, dass die Errichtung des Logistikzentrums nur der erste Schritt zur Etablierung eines neuen Industriegebiets im "grünen Viertelkreis" zwischen Schloss und der Landschaft ist.

 

Die Berichterstattung von SZLZ ist weiterhin interessengeleitet und erfolgt erst 15 Tage nach dem Ereignis: Selbst die Grünen sind nach dem Tenor des Artikels nicht mehr gegen den Bau im Landschaftsschutzgebiet. Wenn man der Veranstaltung beigewohnt hat, hörte sich das im O-Ton noch anders an: vehementer Protest von Cornelia Laasch, ein Plädoyer für den Schutz der Landschaft von Imke Hennemann-Kreikenbohm und klare Erläuterungen von Christian Meyer, warum das Projekt hier und jetzt falsch ist und nicht mit den politischen Zielen des Landes übereinstimmt. Nicht alles was nicht rechtswidrig ist, ist auch gut!

 

Artikel in SZLZ

 

 

Am 08.Februar 2022 haben der Landtagsabgeordnete der Grünen im Niedersächsischen Landtag und stellvertretender Fraktionsvorsitzender Christian Meyer und die Direktkandidatin der Grünen für die kommende Landtagswahl, Dr. Imke Hennemann-Kreikenbohm  Bückeburg besucht um sich über das o.g. Vorhaben zu informieren. Die Grünen in Bückeburg haben hierfür zu einer Pressekonferenz geladen, an der unser Verein dankenswerterweise seine Argumente vortragen konnte.

Die Herausnahme des geplanten Bauplatzes als ein „Herausstanzen“ aus dem Landschaftsschutzgebiet widerspricht allen verkündeten politischen Zielen von Klima- und Landschaftsschutz. Die von der Firma vorgegebenen Argumente zur „unabdingbaren Nähe“ zum Produktionsstandort halten keiner Expertenprüfung stand. Das Landschaftsschutzgebiet und das benachbarte Naturschutzgebiet Hofwiesen würden nachhaltig entwertet.

Unser Verein befürchtet, dass entgegen den Versicherungen von EDEKA die südlich des geplanten Bauplatzes gelegene Fläche wenig später für den Bau eines neuen Fleischwerks zum Gewerbe- und Industriegebiet  genutzt wird. Grund hierfür ist, dass das vorhandene Fleischwerk bereits 30 Jahre alt und damit steuerlich bereits vollkommen abgeschrieben ist. Ein grundlegender Umbau oder Modernisierung unter Betrieb ist weder wirtschaftlich noch technisch möglich. 

 

Ein neues Logistikzentrum an dem geplanten Bauplatz liegt logistisch falsch, nämlich nicht im Schwerpunkt des Liefergebietes.

Deshalb kann das neue Logistikzentrum problemlos an einem vom alten Fleischwerk weiter entfernten Standort gebaut werden. Dies gilt, zumal die täglichen Einlagerungen aus dem Fleischwerk lediglich 12 LKW-Ladungen umfassen und die Mehrzahl der Einlagerungen von Drittherstellern stammen wird. 

 

Als Beispiel wurde von uns eine Konzeption mit Logistikzentrum und neuem Fleischwerk in Verlängerung des Industriegebiets Kreuzbreite nach Osten vorgestellt. Dem wurde seitens Wilhelm Klusmeyer und Cornelia Laasch entgegen gehalten, dass das Gewerbegebiet Kreuzbreite schon ausgebucht sei. Richtig ist, dass das mit B-Plan ausgestattete Gewerbegebiet weitgehend vergeben ist. Die Flächen nach Osten bis zur Stadtgrenze könnten  jedoch noch überplant werden, was allemal besser ist, als ein wertvolles Landschaftsschutzgebiet zu opfern.

Selbst das Opfer eines Landschaftsschutzgebietes konnte die Firma EDEKA nicht zu einer Standortgarantie bewegen. Sie wurde von der Stadt aber auch nicht verlangt. Im Gegenteil droht der Konzern massiv mit dem Verlust aller Arbeitsplätze und dem Wegzug, wenn die Stadt dem Bauwunsch nicht nachgibt. Genauso wenig ist EDEKA zu einer Arbeitsplatzgarantie bereit. Auch diese wurde nicht verlangt. Es wurde auch kein nachvollziehbares Mengengerüst bezüglich der Einlagerung eigener und fremder Produkte vorgelegt, was für die Frage, ob das Logistikzentrum nicht besser an einem anderen Standort errichtet werden sollte, wesentlich ist. 

 

Der Landschaftsschutz Schaumburg e.V. lehnt den Neubau des Logistikzentrums in dem Landschaftsschutzgebiet Bückeburg/West Sandfurth nach wie vor strikt ab, begrüßt aber die Entscheidung der Fraktion CDU I BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN I FDP I BFB künftig keinen weiteren Teillöschungen des Landschaftsschutzgebietes mehr zuzustimmen. Damit wäre eine Erweiterung wie von uns befürchtet nicht mehr möglich.

 

Unser Folienvortrag zum geplanten Logistikzentrum

Berichterstattung in der Internetzeitung von Schaumburg aktuell vom 10.02.22

interaktive 3-D-Simulation des HRL im Vergleich zur Stadtkirche Bückeburg

interaktive 3-D-Simulation des HRL mit LKW-Parkplatz und B-747 zum Vergleich

01.11.21 neue interaktive Simulation (Demo)

pm01

v.l.n.r.: Dr. Imke Hennemann-Kreikenbohm, Christian Meyer, Mitarbeiterin, Wilhelm Klusmeier, Nadine Hartmann, Raimund Cremers

pm02

v.l.n.r: hinten: Eva v. Löbbecke, vorn: Cornelia Laasch, Andreas Frenzel-Rückert

 

pm03

 Blick zum vorgesehenen Bauplatz und zum Wesergebirge